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Wirbelsäulenfrakturen bei Katzen

28.10.2025

Zusammenfassung: In der Kleintierpraxis ist die Wirbelsäulenverletzung eine häufige Ursache neurologischer Funktionsstörungen. Zu den häufigsten Ursachen zählen Bandscheibenvorfälle oder -luxationen, Verkehrsunfälle, Stürze aus der Höhe und Bissverletzungen. Klinisch treten Wirbelsäulenverletzungen am häufigsten im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule (Th3–L3) sowie im Bereich der Lenden- und Sakralwirbelsäule (L4–L7) auf. Wirbelsäulenfrakturen können operativ, konservativ oder in Kombination beider Verfahren behandelt werden.

Schlüsselwörter: Wirbelsäulenverletzung

Fallbeschreibung 1.

1.1 Grundlegende Informationen: 8 Monate alte weiße Katze (Buji), unkastriert, nicht entwurmt und ungeimpft, wird hauptsächlich mit Katzenfutter gefüttert. 1.2 Hauptbeschwerde: Morgens vor dem Gassigehen unauffällig. Nachmittags senkte sie beim Gehen die Hinterbeine. Bald konnte sie nicht mehr aufrecht stehen und kroch auf dem Bauch. Sie fraß normal, nahm alles an, was man ihr ins Maul führte, und ihr Kotabsatz war normal. Sie lag regungslos in ihrem Körbchen und miaute vor Unbehagen, wenn man sie hochnahm.

2. Klinische Untersuchung

2.1 Körperliche Untersuchung: Die Patientin machte einen guten Eindruck, reagierte auf äußere Reize und konnte Kopf und Hals normal bewegen. Sie wollte nicht gehen, die Vorderbeine waren aufrecht, die Hinterbeine hockten ständig. An den Schleimhäuten zeigten sich keine Auffälligkeiten. Bei der Palpation der Gliedmaßen traten keine Schmerzen auf, und sie konnte diese normal strecken und anziehen. Ihre Atemfrequenz lag bei etwa 50–60 Atemzügen pro Minute, und ihr Herzschlag war regelmäßig und kräftig mit 160 Schlägen pro Minute. Die Palpation der Brust- und Lendenwirbelsäule ergab deutliche Schmerzen im Bereich des thorakolumbalen Übergangs sowie eine erhöhte Haut- und Muskelempfindlichkeit. Die Körpertemperatur betrug 39,2 °C, das Gewicht 3,5 kg. Die Untersuchung der Hirnnerven ergab eine normale Pupillengröße und Lichtreaktion, einen normalen Lidreflex, eine normale Gesichts- und Nasenempfindlichkeit, keinen Nystagmus und eine normale Kaumuskulatur. 

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Abbildung 1 Präoperatives CR-Bild

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Veterinärmedizinische Wirbelsäulen-Pedikelschrauben

3. Diagnose:

Wirbelfraktur zwischen dem 12. und 13. Brustwirbel. Behandlung: Am ersten und zweiten Tag wurde eine medikamentöse Infusionstherapie durchgeführt.

1. 9%ige Kochsalzlösung 40 ml Ampicillin-Natrium 350 mg/intravenöse Infusion.

2. 9%ige Kochsalzlösung 40 ml Methylprednisolon 15 mg/intravenöse Infusion.

3. 9%ige Kochsalzlösung 35 ml, Metabolische Säure 3 ml/intravenöse Infusion.

4. 5%ige Glukose 30 ml, Humanalbumin 2 ml/intravenöse Infusion.

5. 10%ige Glukoselösung 30 ml, Vitamin C 250 mg/intravenöse Infusion.

6. Furosemid 10 mg/subkutane Injektion.

Die operative Behandlung erfolgte am dritten Tag:

Die Hemilaminektomie-Stelle wurde präoperativ anhand von Röntgenaufnahmen neu definiert (Abbildungen 1 und 2). Chirurgisches Vorgehen: Ein einzelner Hautschnitt mit subkutanem Fettgewebe wurde parallel zur dorsalen Mittellinie, 1 cm versetzt, durchgeführt (Abbildung 3). Der an jedem Dornfortsatz ansetzende Musculus multifidus lumborum wurde mit einem Skalpell freigelegt. Anschließend wurde der Musculus multifidus lumborum mit einem Periostabheber stumpf von der Lamina abpräpariert, bis er die Facettengelenkfortsätze erreichte (Abbildung 4). Ein oder zwei Gelenkfortsätze wurden nacheinander anterior und posterior des betroffenen Bereichs präpariert, und das umgebende Gewebe wurde vollständig vom Knochen abgelöst, um die Gelenkfortsätze freizulegen. Mit einer Knochenzange wurde anterior und posterior des betroffenen Bereichs eine Bissmarkierung in die Lamina gesetzt und durch wiederholte Manipulationen vertieft. Sobald die Spongiosa sichtbar war (Abbildung 6) und die Dura mater dargestellt werden konnte, wurde die Knochenzange entfernt und durch eine Nucleus-pulposus-Zange ersetzt. Mit dieser wurde der Knochen vorsichtig von der Lamina abgelöst, um den Markraum freizulegen. Anschließend wurden Knochenzange und Nucleus-pulposus-Zange abwechselnd verwendet, um die betroffenen Gelenkfortsätze zu entfernen und den Markraum weiter freizulegen (Abbildungen 7 und 8). Nach dem Haupteingriff wurde die Wunde gespült, Blutgerinnsel und Knochenfragmente entfernt, ein Fettpolster auf den freigelegten Markraum aufgelegt, die Lendenmuskulatur repositioniert und die dorsale Faszie vernäht. Der Hautverschluss erfolgte routinemäßig.

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4. Erholung

Die Prognose ist gut. Er kann normal laufen und springen und ist wieder ganz der Alte!

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5. Weitergabe und Zusammenfassung

Bei der Vorstellung des Patienten zeigten sich normale physiologische Werte, da manche Verletzungen zunächst nicht erkennbar sind. Wirbelinstabilität und -verschiebung nach einer Wirbelsäulenfraktur können zu Ödemen oder Hämatomen im umliegenden Gewebe führen und das Rückenmark weiter schädigen. Dies kann Störungen des Energiestoffwechsels, Lipidperoxidation, Entzündungen und Kalziumkanalstörungen im Verletzungsbereich zur Folge haben. Aus diesen Gründen wurde der Patient noch am selben Tag intravenös mit Flüssigkeit behandelt. Dem Besitzer wurde mitgeteilt, dass bei einer Verschlechterung des Zustands weitere Untersuchungen erforderlich seien. Es wurde eine hohe Dosis des Glukokortikoids Methylprednisolon verabreicht. Methylprednisolon hemmt Lipidperoxidation und Entzündungen, verbessert die Durchblutung des Rückenmarks nach der Verletzung, beugt Elektrolytstörungen innerhalb und außerhalb der Zellen vor und verhindert die Apoptose von Rückenmarkszellen. Zusätzlich zur intravenösen Flüssigkeitstherapie wurde ein Diuretikum verabreicht, um die Ernährung zu ergänzen, die Durchblutung des Rückenmarks zu steigern und den arteriellen Blutdruck zu erhöhen. Diuretika erhöhen die Urinausscheidung, wodurch überschüssige extrazelluläre Flüssigkeit aus dem verletzten Gewebe abtransportiert und der Druck des Ödems auf das Rückenmark reduziert wird. Nach zwei Tagen intravenöser Flüssigkeitstherapie besserte sich Bujis Zustand deutlich, und er konnte wieder normal fressen, trinken und urinieren. Am dritten Tag wurde eine chirurgische Hemilaminektomie durchgeführt. Daher ist neben einer zeitnahen und effektiven Stabilisierung der Wirbelsäule, der Entlastung des Rückenmarks und der Dekompression des Rückenmarks eine frühzeitige medikamentöse Behandlung entscheidend. Medikamente können unverletztes Rückenmarksgewebe schützen, Sekundärschäden reduzieren oder verhindern und die Regeneration von Nervenfasern fördern. Bei Rückenmarksverletzungen werden in frühen neurologischen Untersuchungen die Lokalisation der Läsion, das Vorhandensein mehrerer Läsionen und der Schweregrad der Nervenschädigung des Tieres beurteilt, was alles zur Prognose des Patienten beiträgt. Die Skala zur Einteilung der neurologischen Verletzung ist wie folgt: Grad 1 (nur Schmerzen, gekrümmter Rücken, angespannte Bauchmuskulatur und weitgehend normaler Gang); Grad 2 (mäßige bis starke Schmerzen, Taubheitsgefühl und Beinschwäche, aber Gehfähigkeit); Grad 3 (Taubheitsgefühl, Koordinationsstörungen und Parese); Grad 4 (schwere Lähmung mit möglicher Inkontinenz und Empfindung in den Beinen); und Grad 5 (schwere Lähmung ohne Tiefenschmerzempfindung). Bei schweren Nervenschädigungen ab Grad 4 gilt: Je früher ein chirurgischer Eingriff zur Beseitigung der mechanischen Kompression, Reduzierung von Ödemen und Druckentlastung erfolgt, desto höher ist die Heilungschance.

6. Schlussfolgerung:

Das Tier erholte sich gut durch Flüssigkeitszufuhr und Fenestrierung zur Linderung der Rückenmarkskompression, wodurch der gewünschte Effekt erzielt wurde.